Die Winterhilfe

Für eine Schweiz ohne Armut

Der Verein Winterhilfe Schweiz wurde 1936 mit dem Ziel gegründet, die Armut in der Schweiz zu bekämpfen. Unter dem Dach der Winterhilfe Schweiz sind die kantonalen und regionalen Geschäftsstellen eigenständig organisiert (inklusive Rechnungslegung) und teilweise für die Mittelbeschaffung verantwortlich. Die Winterhilfe Schweiz bietet den Rahmen der Geschäftstätigkeit der gesamten Winterhilfe, übernimmt Finanzierungen, welche die Möglichkeiten der Geschäftsstellen überschreiten und betreibt Fundraising. Die Erträge aus dem Fundraising kommen grösstenteils den Geschäftsstellen der Winterhilfe zu.

Die Winterhilfe Schweiz ist mit dem schweizerischen ZEWO-Gütesiegel ausgezeichnet. Das Gütesiegel zeichnet gemeinnützige, Spenden sammelnde Organisationen für den gewissenhaften Umgang mit den ihnen anvertrauten Geldern aus. Es bescheinigt den zweckbestimmten, wirtschaftlichen und wirkungsvollen Einsatz von Spenden.

Die Winterhilfe ist politisch und konfessionell unabhängig.

Rechtsform: Verein, Sitz: Zürich, Revisionsstelle: KPMG AG.

Statuten Winterhilfe Schweiz, 2008

Was Armut in der Schweiz bedeutet

  • Armutsrisiko (Armutsgefährdung): Einpersonenhaushalte, Menschen ohne nachobligatorische Ausbildung und Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern gelten als überdurchschnittlich armutsgefährdet.
  • Definition: Als arm gilt, wer nicht über die finanziellen Mittel verfügt, um die für ein gesellschaftlich integriertes Leben notwendigen Güter und Dienstleistungen zu erwerben. Der Grundbedarf, d.h. der Betrag zur Deckung der Kosten des täglichen Lebens inkl. Anschaffungen, Kleider, Coiffeur, Transport, Teilhabe am öffentlichen Leben usw. nach Miete und Krankenkassenkosten, leitet sich von den Richtlinien der SKOS* ab. Für eine Einzelperson werden CHF 986.- und für eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern CHF 2’110.– berechnet.
  • Armut kennt keine Erholung: Für jede zehnte Person in der Schweiz sind Ferien ein Fremdwort; rund 10 Prozent haben nicht die Mittel, sich eine Woche Ferien ausser Haus zu leisten. Übrigens können 20 Prozent keine unerwartete Ausgabe in Höhe von CHF 2'500–tätigen.
  • Dauer der Armut: Armut ist meist nicht von Dauer. Nur ein Prozent der Bevölkerung gilt als dauerhaft arm.
  • Working Poor: Erwerbsarm ist, wessen Einkünfte nicht das Existenzminimum erreichen. In der Schweiz sind aktuell 140'000 Menschen von Erwerbsarmut betroffen.
  • Armutsquote: 7,5 % der ständigen Schweizer Wohnbevölkerung (615'000 Personen) waren 2016 von Einkommensarmut betroffen.
  • Erbe Armut: Armutsprävention beginnt bereits im Kindesalter; denn Armut ist vererbbar. Auch wenn Eltern in der Regel die eigenen Bedürfnisse zugunsten der Kinder zurückstellen, beeinträchtigt Armut im Kindesalter die Entwicklungsmöglichkeiten. Gemäss BFS war 2014 jedes 20. Kind in der Schweiz von Armut betroffen und jedes 6. armutsgefährdet.

 

* SKOS = Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe

(Quelle: Bundesamt für Statistik, Zahlen: 2016)