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Empowerment benachteiligter Kinder



Seit Januar 2012 läuft eine fünfjährige Partnerschaft der Winterhilfe mit der Roger Federer Foundation und Lindt & Sprüngli. Dabei wurde ein neues Förderprogramm für benachteiligte Kinder in der Schweiz ins Leben gerufen, das integrierende und entwicklungsfördernde Freizeitaktivitäten ermöglichen soll, die aufgrund fehlender Finanzquellen sonst nicht möglich wären. Mit dieser Initiative wird der gesellschaftlichen Isolation der von Armut betroffenen Kinder entgegengewirkt. Die dem Kind angepasste Aktivität soll es in seiner Persönlichkeit stärken und zu seiner Entwicklung und gesellschaftlichen Eingliederung beitragen.

Folgende Voraussetzungen gehen einer Unterstützung voran:

  • Die Zielgruppe sind Kinder aus Familien mit nachweislich fehlenden finanziellen Mittel für die ausserschulische Förderung. Basis für die Berechnung sind die SKOS-Richtlinien.
  • Die Gesuche werden ausschliesslich von den kantonalen Winterhilfen entgegengenommen und bearbeitet. Zentral ist die Abklärung, dass keine anderen Institutionen für die Förderung aufkommen könnten oder müssten.
  • In der Regel beginnt die Förderung im Kindergartenalter. Das Förderprogramm soll sich nach Möglichkeit gesamtschweizerisch ausgewogen entfalten.
  • Übernommen werden beispielsweise Kosten von Kinder- und Sportlagern, Vereinsmitgliedschaften oder Unterrichtsauslagen. Die Anschaffung nötiger Hilfsmittel wird ebenfalls unterstützt.
  • Pro Person wird lediglich ein Freizeitangebot unterstützt. Es wird aber eine mehrjährige Begleitung angestrebt, um die Entwicklung nachhaltig zu gestalten.
  • Von den Familien wird eine Eigenleistung verlangt. Diese kann aus einem finanziellen Beitrag oder einem persönlichen Engagement bestehen.

Es wird jährlich eine Wirkungsprüfung durchgeführt und abgeklärt, ob eine Fortführung der Unterstützung sinnvoll ist. Erklärtes Ziel der Unterstützung ist die soziale Eingliederung und die positive Persönlichkeitswirkung


 

Unterstützungsbeispiele

Kosten Jazztanzschule

Frau M. ist geschieden. Die Scheidung machte und macht den beiden Töchtern sehr zu schaffen. Frau M. leistet mit einer 50%-Stelle bei der Spitex und als selbstständige Ernährungsberaterin das Menschenmögliche, um die Lebenshaltungskosten zu verdienen und gleichzeitig eine gute Mutter zu sein. Die Tochter Judith ist eine engagierte und aktive Tänzerin. Die beratende Fachstelle erachtet es als sehr sinnvoll für die persönliche Entwicklung des Mädchens, dass es die Jazztanzschule weiterhin besuchen kann. Die Kosten von 300 Franken pro Semester übersteigen das Budget von Frau M.

Kosten Musikschule

Familie G-H lebt mit den beiden Töchtern (11 und 9 Jahre alt) vom Lohn von Herrn H als Plattenleger. Die beiden Mädchen besuchen bei einer Musikschule den Unterricht für Krienser Halszither bzw. Akkordeon. Die Rechnung für das Herbstsemester beläuft sich dafür auf 1‘058 Franken. Das Einkommen von Herrn H ist meist knapp; je nach Aufträgen seines Arbeitgebers, fällt der Lohn sogar ganz aus. Es werden Gesuche über 500 Franken an die Winterhilfe und für den Restbetrag an eine andere Organisation gestellt.

Kosten Karatetraining

Familie I. wird aktuell ergänzend mit Sozialhilfe unterstützt. Frau I. arbeitet in der Reinigung im Restaurant und zusätzlich in einem Privathaushalt. Für den Ehemann ist wegen eines Arbeitsunfalls eine IV-Rente in Abklärung. Sohn H. ist sehr schüchtern und hat zur Stärkung des Selbstbewusstseins einige Schnuppertage in Karate absolviert. Er würde gern mit Gleichaltrigen trainieren im „Karate Dō“ (geleitet von einer J+S Expertin und einem J+S Experten). Der Jahresbeitrag beträgt 698 Franken, die Lizenz 60 Franken, der Pass 10 Franken und der Kimono 70 Franken. Die Sozialhilfe der Wohngemeinde übernimmt keine Kosten für die Freizeitbeschäftigung. Die Familie kann einen Eigenbeitrag von 80 Franken leisten und stellt ein Gesuch für die restlichen 758 Franken.

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