Oberwallis

Winterhilfe Oberwallis
Maria Oester-Ammann
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3930 Visp

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Rottu Tisch reicht Ihnen die Hand – wir sind da um zu helfen

Jeder kann in finanzielle Schwierigkeiten geraten – auch in unserem Land.

Jährlich werden aus der gesamten Schweizer Nahrungsmittelkette bis zu 2 Millionen Tonnen einwandfreier Lebensmittel vernichtet. Hierzulande leben gemäß Caritas Schweiz 700'000 bis 900'000 Menschen am, oder unter dem Existenzminimum.

Mehr dazu erfahren Sie auf der Website. 

Abgabestellen im Oberwallis

  • Visp: Jeden Freitag von 14 Uhr 30 bis 15 Uhr 30 im Pfarreisaal
  • Brig: Jeden Mittwoch von 14 Uhr 30 bis 15 Uhr 30 im Pfarreizentrum
  • Susten: Jeden Dienstag von 14 Uhr 30 Bis 15 Uhr 30 Pfarrsaal bei der Kirche

 An offiziellen Feiertagen werden keine Lebensmittel abgegeben.

(der folgende Artikel ist im Jahresbericht 2015/2016 der Winterhilfe Schweiz erschienen)

Mit viel Herzblut – Lebensmittelabgabe im Oberwallis

Ende 2013 hat die Winterhilfe Oberwallis in Zusammenarbeit mit der Organisation Tables du Rhône im Unterwallis den Rottu Tisch gegründet. Rund 120 Personen in Not beziehen an den Standorten Brig, Susten und Visp jede Woche Lebensmittel für ihre Familien, was bedeutet, dass über 500 Erwachsene und Kinder pro Woche im Oberwallis einwandfreie Lebensmittel erhalten, die sonst vernichtet werden.

Freitag, kurz nach 13 Uhr auf dem St. Martiniplatz in Visp. Der Liefer-Kühlwagen des Rottu Tisch brummt vor sich hin. Prall gefüllt mit Obst, Gemüse, Fleisch, Brot, Milchprodukten etc.. Philipp Studer und Alex Pfammatter haben im Freiwilligeneinsatz am Vormittag die Lebensmittel bei den Produktespendern Coop, Migros, Growa, Lidl und in allen Bäckereien in der Region Lebensmittel abgeholt. 

Nach und nach treffen die eingeteilten Freiwilligen Andreas Oester, Paula Elsig, Susanne Eriksson, Bernadette Minnig und Carmen Kalbermatten für den heutigen Abgabetag ein, die mit Maria Oester, der Geschäftsstellenleiterin der Winterhilfe Oberwallis heute die Lebensmittel an rund 40 Personen abgeben werden. Im Pfarrsaal am St. Martiniplatz werden Tische gerückt, Stühle aufgestellt und in Windeseile die Lebensmittel aus dem Kühlwagen geholt. «Heute haben wir besonders viel erhalten», freut sich Maria Oester. Gleichzeitig treten Josef Federer, Besitzer der Gärtnerei Federer und seine Schwester Lucie ein. Sie tragen Harassen mit frisch geernteten Tomaten, Zucchini und Salaten und er sagt: «Das ist der kleine Beitrag meiner Firma für Menschen, die hier Not leiden müssen.» Kurz darauf kommt Vreni Schmid, die auch im Vorstand der Winterhilfe Oberwallis tätig ist. Aus Obst und Beeren, die bei der letzten Abgabe vom vergangenen Freitag übrig blieben, hat sie Marmelade gekocht, die Gläser liebevoll dekoriert und stellt diese zum Abgeben auf die Tische.

Die ersten Klientinnen und Klienten treffen ein – 40 Minuten vor Beginn der Lebensmittelabgabe. Draussen regnet es, darum nehmen sie im Vorraum Platz; viele kennen sich bereits und plaudern miteinander. Um 14.30 Uhr beginnt die Verteilung offiziell. Jeder, der eine vom Sozialamt ausgestellte Bezugskarte vorweisen kann, zieht bei Andreas Oester eine Nummer. So wird die Reihenfolge bestimmt, in der die Lebensmittel abgegeben werden.

«Es ist für mich eine grosse Erleichterung, dass ich hier Lebensmittel erhalte», sagt ein alleinstehender Mann in den Vierzigern. Das, was er vom Rottu Tisch mit nach Hause nehme, inspiriere seine Menuplanung. Gerne probiere er auch unbekanntes aus. Sagt’s und lässt sich einen Halloumi (Grillkäse) einpacken, den er noch nie gegessen hat.

«Unsere Lebensmittelabgabe soll genau das sein: Eine Erleichterung», sagt Maria Oester, sie ersetze nicht den täglichen Einkauf, doch ergänze sie den oft eintönigen Speiseplan von Menschen, die am Existenzminimum leben. Doch genauso wichtig sei es, dass der Rottu Tisch dazu beiträgt, die Menge an zur Vernichtung bestimmter Lebensmittel zu reduzieren – jährlich (2015) immerhin mehr als 42 Tonnen.

Der Rottu Tisch hat sich in kürzester Zeit in der Region etabliert. Dank grosszügigen Spenden von Firmen und Privaten war ein Jahr nach der Gründung genug Geld vorhanden, um den Kühl-Lieferwagen zu finanzieren – eine Anschaffung von über 80‘000 Franken. Und dank der mehr als 100 Freiwilligen laufen die Abgaben wie am Schnürchen.

Inzwischen sind die Lebensmittel verteilt und die Bezügerinnen und Bezüger haben mit ihren Einkaufswagen den Heimweg angetreten. Genauso schnell, wie der Raum für die Abgabe vorbereitet wurde, wird er aufgeräumt und gekehrt. Danach belohnt sich das Team mit einem Kaffee oder einem Bier im nächsten Restaurant.