Konkrete Hilfe zählt

Seit 1936 Jahren kümmert sich die Winterhilfe in der ganzen Schweiz um Menschen, die von Armut betroffen sind. Diese erreichen den minimalen Lebensstandard nicht, der in dem Land, in dem sie leben, als annehmbar empfunden wird. Die Schweiz weist einen der höchsten Lebensstandards der Welt auf. Öffentliche Sicherheit, ein ausgebautes Sozialwesen oder der allerorts sichtbare Wohlstand weisen darauf hin, wie gut wir es haben. Doch Armut existiert. Auch hierzulande. Armut ist meist unsichtbar und leise. Armut, das ist der Rentner, der sich die dringend nötige Zahnbehandlung nicht leisten kann. Oder die Mutter von vier Kindern, der das Geld für die Velo-Reparatur ihrer Ältesten fehlt. Menschen, die oft kaum mehr ein noch aus wissen, helfen unsere kantonalen und regionalen Winterhilfe-Stellen mit punktuellen Hilfeleistungen, die entlasten und vor dem Abrutschen in die Sozialhilfe bewahren sollen. Jedes Gesuch um Hilfe wird von unseren Geschäftsstellen gewissenhaft geprüft. Bitte beachten Sie, dass wir in der Regel keine Soforthilfe leisten können. Für Hilfsgesuche sind immer die Geschäftsstellen der Winterhilfe im Wohnorts-Kanton der Hilfesuchenden zuständig. Wenn es die Finanzlage erlaubt, unterstützt die Winterhilfe ausserdem Projekte gemeinnütziger Organisationen, welche den Zielsetzungen der Winterhilfe entsprechen.

Wer von existenzieller Not betroffen ist, traut sich nicht immer, um Hilfe zu bitten. Dabei braucht es meist wenig, damit eine schwierige Situation überwunden werden kann.

Hilfe zur Selbständigkeit

Die Trennung von ihrem unzuverlässigen und an einem Alkoholproblem leidenden Ehemann ist für Frau R. eine Erlösung, stellt sie aber vor grosse Herausforderungen. Um Sohn Jonas (7) und sich selbst den Lebensunterhalt zu finanzieren, nimmt die ungelernte Dreissigjährige gleich zwei Arbeitsstellen an. Morgens als Putzfrau und abends im Service. Zusätzlich beginnt Frau R. eine Weiterbildung im kaufmännischen Bereich. Da das Ersparte aufgebraucht ist, fragt sie bei der Winterhilfe um Unterstützung an. Die Winterhilfe übernimmt einen Teil des Kursgeldes und heute kann Frau R. dank dem erfolgreich erlangten Bürofachdiplom auf eigenen Beinen stehen und mehr Zeit mit Jonas verbringen. Die kleine Familie blickt zuversichtlich in die Zukunft und ist dankbar für die Unterstützung der Winterhilfe.

Gesundheit ist teuer

Herr S., Vater von drei Kindern, hat viel Schweres durchgemacht und leidet unter einer Schuldenlast. Das Wohl der Kinder ging dem Mann und seiner Ehefrau immer über alles; für sich selber schauten die Eltern wenig. Mit fatalen Folgen. Weil Herr S. sich 15 Jahre lang keinen Zahnarztbesuch leisten konnte, ist sein Gebiss in desolatem Zustand. Er schämt sich sehr und zieht sich immer mehr zurück. Sein Arbeitgeber in der Lebensmittelbranche fordert ihn aus hygienischen Gründen auf, seine Zähne sanieren zu lassen. Die Winterhilfe leistet einen Beitrag von 950 Franken. Herr S. schreibt: «Ich möchte mich aufrichtig bei Ihnen bedanken. Sie haben uns gestärkt und ich kann mein Leben wieder geniessen.»

Kinder fördern

Frau B. ist alleinerziehend und wohnt mit ihren 3 Kindern in A. Ihre Tochter möchte gerne einen Judokurs besuchen. Die Winterhilfe übernimmt die Kosten von 250 Franken im Rahmen ihres Kinderförderungsprogrammes. Das Gefühl «dort mitmachen zu können» erhöht das Selbstwertgefühl des Mädchens und Sport ist ein guter Ausgleich zum Schulalltag.

Ein Kleiderpaket von der Winterhilfe

Herr M., 37, hat sehr viel Schwieriges erlebt und kann sich mit seinem Halbtagesjob gerade so über Wasser halten. Hinzu kommen gesundheitliche Probleme, da der isoliert lebende Alleinstehende stark übergewichtig ist. Mit Hilfe seines Arztes kann Herr M. sein Gewicht deutlich reduzieren, was ihm sichtlich mehr Selbstvertrauen schenkt. Nur leider braucht er neue Kleider. Die Winterhilfe übernimmt die Kosten für eine Grundausstattung in Form eines grossen Kleiderpaketes und Einkaufsgutscheinen.

Endlich ein eigenes Bett

Die sechsköpfige Familie S. – beide Eltern arbeiten Teilzeit – verliert die günstige Wohnung, weil der Vermieter Eigenbedarf anmeldet. Zum Glück findet die Familie bald darauf eine neue Bleibe, doch die höhere Miete belastet das Familienbudget. Auch brauchen die beiden Ältesten dringend neue Betten, für die jedoch kein Geld vorhanden ist. Von einer Bekannten hört Familie S. erstmals von den Unterstützungsleistungen der Winterhilfe. Es kostet sie ein wenig Überwindung, um Hilfe zu bitten. Die Winterhilfe schenkt der Familie ein Etagenbett für die beiden grösseren Töchter.

Unerwartete Rechnungen belasten

Die dreiköpfige Familie S. ist eine typische Working Poor-Familie. Die Mutter betreut das kleine Kind und der Vater arbeitet als Hilfsarbeiter und verdient knapp 3‘500 Franken im Monat. Das Einkommen reicht für den bescheidenen Lebensunterhalt, aber Rückstellungen oder auch nur ein Ausflug sind der Familie nicht möglich. Die Heiz- und Nebenkostenrechnung über 722 Franken kann die Familie S. unmöglich bezahlen. Um die junge Familie vor der Verschuldung zu bewahren, hat die Winterhilfe die Rechnung übernommen.